14.01.11 WEINE 13 Einem Freund senden

Schneiders Weiße, Schneiders Rote

Neue Felder braucht das Land. Markus Schneider schafft sie an...Neue Felder braucht das Land. Markus Schneider schafft sie an...

In der vorangegangenen Geschichte war von Markus Schneider zu lesen, von seinem Weingut, von seiner Breitentauglichkeit und von seinen Kritikern. Der Captain trank gestern und heute vier einfache Weine von Markus Schneider, die Schneider und sein federführender Önologe kreiert haben. Und jeder war sein Geld wert.

Zuerst die beiden Rotweine, die mehr umstritten sind als die Weißweine. Dennoch stehen beide einfachen Rotweine von Markus Schneider für einen neuen und unkomplizierten Trinkstil, der viele Kenner langweilt, aber letztlich eine Masse Weintrinker zu begeistern vermag. Der Captain versenkte nach zwei Jahren wieder mal seine Nase in ein paar Gläser mit Schneider-Weinen und befand, dass sich hier ein klarer Stil verfestigt hat, wie man ihn sonst nur von international agierenden Weingütern kennt. Auf jeden Fall sind Schneiders Weine verlässlich. Und angepasst.

Ursprung 2009

Hat 13 % Alkohol, eine Cuvée aus Cabernet-Sauvignon, Merlot und Blauer Portugieser.

In der Nase viel Kirsche, etwas Brombeere, dann ein wenig Vanille, etwas Tabak, viel Schokolade, eine animierende Säure und dann doch ein wenig zu viel grüne Noten (vom Cabernet Sauvignon).

Im Mund gefällig, geschwächte Kraft, wieder viel Schokolade, einen Tick zu süß und zu wenig spannend, insgesamt so gefallsüchtig wie trinkanimierend. Nicht eindeutig Deutschland zuzuordnen, der Wein könnte auch aus Spanien kommen. Schöne Säure auch am tiefen Gaumen. Und ein kurzer, jedoch präsenter Schluss.

  • Ursprung 2009 von Markus Schneider für 8,20 Euro bei Belvini

Black Print 2009

Hat 14 % Alkohol, eine Cuvée aus St. Laurent, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah

Die Fortsetzung des Ursprung mit anderen Mitteln. Und der wohl bekannteste Markenrotwein Deutschlands. Hier fällt die nahezu gleiche Stilistik auf. Etwas mehr Holzeinsatz, etwas mehr Konzentration, vielleicht mehr Fülle und mehr Komplexität. In der Nase aber nahezu identisch. Keine Spur St. Laurent (ja, eventuell etwas mehr Kirsche), keine Spur Syrah (und zwar gar keine). Ein längerer Nachhall, der deutlich fettere Wein. Gibt es auch in der Magnum, hier muss er der Hammer sein. Unkompliziert und hoch erfreulich. Sollten sich die Winzerkollegen aus Österreich einmal näher ansehen. Da geht was. In Deutschland. Obacht!

  • Black Print 2009 von Markus Schneider für 11,90 Euro bei Belvini

Kaitui 2009

Der Wein hat 12,5 % Alkohol und ist reinsortiger Sauvignon-Blanc

Der Sauvignon von Schneider, die umstrittene Modetraube. Der Captain findet den deutschen Sauvignon ja ganz gut und hält ihn für eine Bereicherung (im Gegensatz zu einigen Maaten hier am Schiff), kann diesem Sauvignon jedoch nichts Deutsches abgewinnen. Brutaler internationaler Stil mit viel Kühle und Raffinesse.

In der Nase Kräuterlimo, Stachelbeere, exotische Früchte, hier vor allem Litschi und Kiwi. Dann Gras (und zwar richtig fettes Gras, das man rauchen kann), Zitrus und Mineralität.

Im Mund kernig, zubeißend, fruchtig und vielleicht ein wenig zu mineralisch, also auch aggressiv. Aber ungeheuer trinkanimierend. Die Flasche war gleich weg.

  • Kaitui 2009 von Markus Schneider fast überall ausverkauft, aber es gibt noch die 1,5l Magnum für 23,50 Euro bei Wein-Outlet

Takatuka 2009

Der Wein hat 12,8 % Alkohol und ist eine Cuvée aus Sauvignon-Blanc und Chardonnay

Machen wir uns nichts vor: Das hier ist der Kaitui mit etwa einem Viertel Chardonnay, der vorher ein paar Wochen im Eichenfass gelagert wurde. Was bringt das? Auf jeden Fall einen etwas fetteren Sauvignon mit ein paar Holznoten und etwas mehr Kraft in der Gesamtheit. Auch ein paar burgundische Noten. Und einen feuchten Aschenbecher. Ein richtig gut gemachter Wein. Aber ein gemachter Wein. Das Grauen für Autochthon-Fanatiker. Das pure Vergnügen an der Bar. Oder zur Pizza.

  • Takatuka 2009 von Markus Schneider für 9,80 Euro bei Wein-Outlet

Der Captain verdient an keiner Flasche auch nur einen Cent und gibt keine Bestpreisgarantie. Und morgen gibt's wieder Kino.

Noch mehr günstige Weine gefällig? Hier gibt es alle Weine unter 10 Euro im Überblick.



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Kommentare 13

Kommentare

mendez

Kommt eigentlich gut weg der Weinfabrikant.

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tom nostalgisch

Heute kann ich das Zeug vom Schneider auch nicht mehr trinken. Aber vor ein paar Jahren war das eine wunderbare Einstiegsdroge in das unbekannte Feld Wein. Und ich kenne einige Leute, denen das genauso ging. Die haben erst am Ursprung genippelt und schlürfen heute Brunello oder Burgunder. Oder sind in der Gegend geblieben und bei Knipser, Kuhn und Koehler-Ruprecht gelandet...

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weinkultur-kelly ...hehehe...q;-)

...einstiegsdroge funzt juht...

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weinkultur-kelly ...grade am knopf annähen...

...schuster bleib bei deinen weinen...

ick find super was er da macht...und nicht zu verachten ist, das er bezahlbaren wein macht!!! der uns erfreuen kann - jeden tag

"damals" haben sich alle darüber aufgeregt das fritze mit aldi zsammen arbeiten wollte - auch tat - warum?
man kann doch wohl erwarten können das AUCH in disc's gute weine mit top plv. erwarten, oder nicht?

in f krischte ochn cru bour im supermarkt fürn schmalln taler - ja und ! - ?

da kann von "masse statt klasse" nicht die rede sein, weil:
WER BESTIMMT JENE???????

...richtig... der KONSUMENT!!!!!

MfG Steven @ http://www.facebook.com/group.php?gid=148549168513515

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Gast

bezahlbar? top plv? der gute kauft in der pfalz billigen faßwein zusammen und kleistert auf welche weise auch immer ein bisschen tannin drüber... fertig ist der ursprung ...

da sind die weine der benachbarten winzer von denen er im tank kauft oftmals mit einem viel besseren preis-/genussverhältnis ausgestattet ...

er hat ein gutes marketing und chice etiketten, das ist wohl sein größer verdienst

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Frank Bestens

Warum diese Aufregung über Schneider?!

Die Weine sind gut gemacht und soweit ehrlich und vorallem für das "breite Volk" auch bezahlbar.

Schneider bringt die Leute wieder mehr zum Wein und somit auch weg von den Modedrinks, Softdrinks, etc. Und, für mich auch ganz wichtig: Die Wertschöpfung bleibt (endlich) im eigenen Land und wird nicht wie so oft und gerne ins Ausland getragen.

Schönen Tag noch

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Matthias FM

Die Weine sind in jedem Fall ordentlich gemacht. Für die Qualität aber auch nicht eben günstig. Und wie kommt man darauf, den Black Print als "bekanntesten Markenwein DDeutschlands" zu bezeichnen?

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Der Captain

Im Bereich der Spitzenwinzer ist er das sicherlich. Alle anderen Weine interessieren uns wenig..

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Frank - MatthiasFM Bestens - geht gleich Skifahrn

Matthias - für die Qualität aber auch nicht eben günstig! Soll er den Wein verschenken? Langsam frag ich mich warum es in Deutschland verboten ist als Geld zu verdienen? Ausser man trägt es zu Hauf in MC oder so manche Multimediamärkte die dann nach Weihnachten Rabatte geben dass es kracht. Lieber gleich einen ordentlichen Preis für gute Qualität aufrufen und dann passts.

Und. Billiger geht immer, aber ob es immer den Zweck erfüllt. Lieber ein paar Euros mehr bezahlen und dafür einen guten Wein im Glas haben als "BILLIG oder GÜNSTIG" einkaufen und dann ned mal a gscheide Sauce mit dem Billigglump machen können.

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Felix Peters

Markus Schneider ist ein feiner Kerl. Sein Unternehmen floriert zurecht. Die Weine sind nichts für mich, außer der Kaitui. Da hat sein Marketinggeschick wahrscheinlich bei mir zugeschlagen (der Name ist echt cool)

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Gast sonnig

Hatte am Samstag Schneiders Weißburgunder im Glas, der mir sehr gut gefiel. Dicht, typische Noten, gut gemacht zum Spaß haben.

Verstehe die Aufregung über "gemachte" Weine nicht. Jeder Winzer macht doch am Ende Weine im Keller mit mehr oder weniger Kelltechnik, das passiert doch nirgends zufällig. Und seine Weine stehen für mich unzweifelhaft über Mainstreamweinen aus Italien/Spanien oder Übersee.

Sein Stil hat Berechtigung, man möchte ja nicht jeden Tag einen komplizierten Wein, mit dem man sich beschäftigen muss, damit er einem schmeckt.

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Jan Kiegeland ...bewölkt

Der Ursprung 2009 hat 14% Vol und nicht 13% Vol, zumindest auf dem Etikett der Flasche, welche ich vorgestern öffnete.
Meine Verkostungsnotiz:
Geschmackseindruck gekochter, überreifer roter Früchte, geringe Säure, geringe, sehr weiche Gerbstoffe, wenig Komplexe Struktur, kurzer Abgang, da habe ich einen pappigen, oder wenns besser konveniert marmeladigen, einfachen Wein.

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Gast

@ Jan Kiegeland:
Die VKN für den 2009er kann ich bestätigen. Hatte mich kürzlich schon gewundert, warum er mir nicht mehr so toll schmeckte nachdem ich damals über den 2007er auf diesen Wein aufmerksam gemacht wurde und er uns in einer Runde mit deutschen Rotweinen mit am Besten geschmeckt hatte unter Preis/Genuss-Gesichtspunkten.

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