In der vorangegangenen Geschichte war von Markus Schneider zu lesen, von seinem Weingut, von seiner Breitentauglichkeit und von seinen Kritikern. Der Captain trank gestern und heute vier einfache Weine von Markus Schneider, die Schneider und sein federführender Önologe kreiert haben. Und jeder war sein Geld wert.
Zuerst die beiden Rotweine, die mehr umstritten sind als die Weißweine. Dennoch stehen beide einfachen Rotweine von Markus Schneider für einen neuen und unkomplizierten Trinkstil, der viele Kenner langweilt, aber letztlich eine Masse Weintrinker zu begeistern vermag. Der Captain versenkte nach zwei Jahren wieder mal seine Nase in ein paar Gläser mit Schneider-Weinen und befand, dass sich hier ein klarer Stil verfestigt hat, wie man ihn sonst nur von international agierenden Weingütern kennt. Auf jeden Fall sind Schneiders Weine verlässlich. Und angepasst.
Ursprung 2009
Hat 13 % Alkohol, eine Cuvée aus Cabernet-Sauvignon, Merlot und Blauer Portugieser.
In der Nase viel Kirsche, etwas Brombeere, dann ein wenig Vanille, etwas Tabak, viel Schokolade, eine animierende Säure und dann doch ein wenig zu viel grüne Noten (vom Cabernet Sauvignon).
Im Mund gefällig, geschwächte Kraft, wieder viel Schokolade, einen Tick zu süß und zu wenig spannend, insgesamt so gefallsüchtig wie trinkanimierend. Nicht eindeutig Deutschland zuzuordnen, der Wein könnte auch aus Spanien kommen. Schöne Säure auch am tiefen Gaumen. Und ein kurzer, jedoch präsenter Schluss.
- Ursprung 2009 von Markus Schneider für 8,20 Euro bei Belvini
Black Print 2009
Hat 14 % Alkohol, eine Cuvée aus St. Laurent, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah
Die Fortsetzung des Ursprung mit anderen Mitteln. Und der wohl bekannteste Markenrotwein Deutschlands. Hier fällt die nahezu gleiche Stilistik auf. Etwas mehr Holzeinsatz, etwas mehr Konzentration, vielleicht mehr Fülle und mehr Komplexität. In der Nase aber nahezu identisch. Keine Spur St. Laurent (ja, eventuell etwas mehr Kirsche), keine Spur Syrah (und zwar gar keine). Ein längerer Nachhall, der deutlich fettere Wein. Gibt es auch in der Magnum, hier muss er der Hammer sein. Unkompliziert und hoch erfreulich. Sollten sich die Winzerkollegen aus Österreich einmal näher ansehen. Da geht was. In Deutschland. Obacht!
- Black Print 2009 von Markus Schneider für 11,90 Euro bei Belvini
Kaitui 2009
Der Wein hat 12,5 % Alkohol und ist reinsortiger Sauvignon-Blanc
Der Sauvignon von Schneider, die umstrittene Modetraube. Der Captain findet den deutschen Sauvignon ja ganz gut und hält ihn für eine Bereicherung (im Gegensatz zu einigen Maaten hier am Schiff), kann diesem Sauvignon jedoch nichts Deutsches abgewinnen. Brutaler internationaler Stil mit viel Kühle und Raffinesse.
In der Nase Kräuterlimo, Stachelbeere, exotische Früchte, hier vor allem Litschi und Kiwi. Dann Gras (und zwar richtig fettes Gras, das man rauchen kann), Zitrus und Mineralität.
Im Mund kernig, zubeißend, fruchtig und vielleicht ein wenig zu mineralisch, also auch aggressiv. Aber ungeheuer trinkanimierend. Die Flasche war gleich weg.
- Kaitui 2009 von Markus Schneider fast überall ausverkauft, aber es gibt noch die 1,5l Magnum für 23,50 Euro bei Wein-Outlet
Takatuka 2009
Der Wein hat 12,8 % Alkohol und ist eine Cuvée aus Sauvignon-Blanc und Chardonnay
Machen wir uns nichts vor: Das hier ist der Kaitui mit etwa einem Viertel Chardonnay, der vorher ein paar Wochen im Eichenfass gelagert wurde. Was bringt das? Auf jeden Fall einen etwas fetteren Sauvignon mit ein paar Holznoten und etwas mehr Kraft in der Gesamtheit. Auch ein paar burgundische Noten. Und einen feuchten Aschenbecher. Ein richtig gut gemachter Wein. Aber ein gemachter Wein. Das Grauen für Autochthon-Fanatiker. Das pure Vergnügen an der Bar. Oder zur Pizza.
- Takatuka 2009 von Markus Schneider für 9,80 Euro bei Wein-Outlet
Der Captain verdient an keiner Flasche auch nur einen Cent und gibt keine Bestpreisgarantie. Und morgen gibt's wieder Kino.
Noch mehr günstige Weine gefällig? Hier gibt es alle Weine unter 10 Euro im Überblick.







Neue Felder braucht das Land. Markus Schneider schafft sie an... 





Kommt eigentlich gut weg der Weinfabrikant.