Weißwein? Na klar, da ist Deutschland inzwischen echt klasse. Wer würde bestreiten, dass hierzulande die besten Rieslinge der Welt gekeltert werden? Naja, die Elsässer. Und die Österreicher. Aber das wars auch schon.
Rotwein? Na klar, da ist Deutschland Klassenletzter. Auch kein Wunder bei dem nasskalten Klima. Wenn man einen guten Rotwein will, dann muss man immer noch zu einem Franzosen greifen. Oder zu einem Italiener, einem Spanier, einem Kalifornier. Eventuell geht inzwischen auch ein Burgendländer. Deutscher Rotwein hingegen taugt nur was, wenn er aus Baden kommt und Blauburgunder heißt. Sonst? Vergiss es.
Nein, sagt der Captain, das ist grundfalsch. Deutscher Rotwein ist schwer im Kommen. Zugegeben, die Anzahl wirklich guter Rotweine ist in diesem Land immer noch überschaubar. Aber sie wächst. Da ist zu Beispiel des Captains Wein der Woche an dem die Mannschaft seit heute früh herumsüffelt. Ohne auszuspucken, die Näpfe bleiben leer. Also muss er gut sein.
Er ist eine Cuveé namens Terra Nigra aus dem Jahr 2006 (ab 2007 heisst dieser Wein nach einem Streit um die Markenrechte dann Mano Negra, noch nicht ausgelieferte Weine des Jahres 2006 wurden umetikettiert), ein Mix aus 70% Lemberger (Blaufränkisch) und 30% Cabernet Sauvignon von Philipp Kuhn aus Laumersheim in der Pfalz. Man kennt ähnliche Blends aus dem österreichischen Burgenland, wo solche Cuveés zu den besten Weinen der Region gehören.
Löß und Kalk und Kieselböden geben dem Wein eine solide Bodenhaftung (Terroirnote), die Frucht des Lemberger und die Kraft des Cabernet machen den Wein fruchtig und zugleich nachhaltig. Der frische Saft wird ein paar Monate im großen Holzfass und in gebrauchten Barriques ausgebaut. Da zieht er seine Eleganz aus dem zuvor schon ausgelaugten Holz, ohne dabei massiv Frucht zu verlieren.
Und so bleibt der Terra Nigra (Mano Negra) in jener neuen Mittelklasse stehen, die zunehmend zum Umsatzbringer der Winzer wird: leistbare und vergnügliche Trinkweine, die gut zum Essen passen. Und keine teueren Verkosterbomben, die man nachher mit leichtem Weißwein hinunterspülen muss.
Hier gelingt Kuhn, wo viele andere Winzer noch hin müssen. Er hat einen Zweitwein geschaffen, der ihm die Experimente zahlt und die Trinker glücklich macht. Das wichtige Renommee holt sich der junge Pfälzer mit seiner Cuveé Luitmar und dem Spätburgunder Mandelberg. Aber da sind wir beim Bezahlen schon wieder in ganz anderen Regionen. Ein Ausflug ab und zu, recht fein. Für den Alltag tut es die Cuveé Terra Nigra oder Mano Negra gut genug. Der Captain lässt die Crew die Kisten in den Schiffsbauch tragen. Allzu viele Flaschen gibt es vom 2006er nicht mehr. Vom noch besseren Jahrgang 2007 (der auch teurer ist), gibt es noch genug Flaschen.
Cuveé Terra Nigra (nach einem Streit um die Markenrechte teilweise umetikettiert auf Mano Negra) 2006 in ausgesuchten Restaurants und teilweise noch Im Vinothekenhandel, etwa € 13,00 bis € 15,00
Cuveé Mano Negra 2007 ist leider überall schon vergriffen.
Hier gibt es noch mehr deutsche Weine, mit freundlicher Empfehlung des Captains. Es lohnt sich außerdem, auch einen Blick auf die anderen Weine der Woche zu werfen.







Junger Wein aus alten Fässern 





Danke Captain, jetzt bin ich neugierig - und werde kosten.