Der Captain weiß, was Widerstand bedeutet. Es saß vor dreißig Jahren in einem besetzten Haus in Berlin-Schöneberg und bewarf Polizisten mit Eiern und Tomaten (sehr originell). Darauf bekam er von Lummers Truppen (der damalige Innensenator) eins rübergezogen, dass er nur mehr zu Honeckers Kryptokommunisten flüchten konnte, um einer Gefängnisstrafe zu entgehen (Landfriedensbruch). Der Captain ist (wie Joschka Fischer) ein alter Strassenkämpfer. Und Weintrinker.
Nun kann man sich Ernst Loosen schwer in einer schwarzen Montur vorstellen. Molliwerfend. Oder Katharina Prüm. Viel zu noble Menschen. Doch viel fehlt nicht und ihr Protest könnte auch etwas handfestere Formen annehmen. Inzwischen setzt man auf den Dialog. Doch mit wem? Es will ja keiner reden.
Es geht um ein völlig absurdes Straßenprojekt durch die Moselregion; ein Projekt, das inzwischen vierzig Jahre alt ist und keiner verkehrspolitischen Realität entspricht. Im Zuge dieses Projekts soll über die Mosel eine irre hohe und irre hässliche Brücke errichtet werden. Ein Monstrum. Und sie soll die Mosel genau dort überqueren, wo der Fluss einige der besten Weinhänge Deutschlands benetzt.
Nun muss das nicht die größte Katastrophe sein, jedoch ist diese Brücke so abstrus hässlich, dass sie auch eine der schönsten Gegenden Deutschlands verunstaltet. In Österreich und Frankreich würde Regionalregierungen stürzen, würden sie so etwas nur projektieren.
Alternative Arbeitsplätze und eine Petition
Die regionalen Bürgermeister und Winzer denken im Zuge ihres Protests sogar über alternative Arbeitsplätze für die im Straßenbau beschäftigten Arbeiter nach. Denn darum geht es: Es geht um Arbeitsplätze und Infrastruktur in Krisenzeiten. Das wissen auch die Winzer. Hier muss Ersatz geboten werden, die Menschen müssen in Arbeit und Brot gehalten werden. Deutschlands Winzer sind nicht naiv.
Doch trotz aller Angebote und Ideen finden die Winzer und Brückengegner kein Gegenüber. Die Landesregierung unter Kurt Beck (SPD) denkt nicht im Traum daran, über das Projekt auch nur eine Sekunde nachzudenken. Dieser Mann steht wie ein Denkmal für die Beton-Mentalität der Sozialdemokraten, die sich nicht zu Unrecht auf einem Tiefflug befinden.
Jetzt kann man den Protest der Winzer aber leicht unterstützen, denn nun liegt im Netz eine wichtige Bundestag-Petition auf. Nur den Link klicken und unterschreiben. Das ist das Mindeste, das man gegen diesen in Beton zu gießenden Unsinn tun sollte.
In diesem Zusammenhang wiederholt der Captain auch den Clip mit Steward Pigott, der offenbar als einer der Wenigen begreift, dass der Widerstand gegen das Projekt ein bisschen mehr Empörung benötigt. Die Kollegen des Spiegel berichten in ihrer aktuellen Ausgabe über das Brückenbau-Projekt und Pigotts Video. Leider habe sie vergessen einen korrekten Quellenhinweis zu hinterlassen. Dem Captain ist´s egal. Hauptsache es hilft. Gegen diesen Schwachsinn.













man muss nicht bei regen und schnee im freien campieren. nur unterschreiben!