04.06.09 WEINE 1 Einem Freund senden

Italienischer Prosecco flüchtet panisch in kontrolliertes Anbaugebiet

Das ist mal ein richtiger PerlweinDas ist mal ein richtiger Perlwein

Oh Gott, Prosecco. Jedes Jahr im Sommer das gleiche Geflöte, vor allem in Bayern und Österreich: "Wollns vielleicht ein Schluckerl Prosecco vorher?" Vor was - vor der Speiseröhrenverätzung?

Prosecco ist eigentlich der halbtrockene Schaumwein für reiche Venezianer. So trocken, wie er hier bei uns getrunken wird, trinkt ihn an der Adria kein Mensch. Prosecco war einst ein Genuss, dann kam die Weltoffensive von gegen Champagner. Masse vor Qualität. Von nun an gings bergab.

Es gibt aber immer noch gute Produzenten, vor allem Carpene Malvolti, die auch den Prosecco für den Bellini in Harry´s Bar liefern, ein verstörend teurer und vor allem süchtig machender Aperitiv und Durstlöscher.

Meistens leider Plörre

Doch der meiste Prosecco, der weltweit getrunken wird, ist leider Industrieware (oft nur banaler Frizzante), die zudem zum Teil aus anderen Anbaugebieten stammt. Dem will jetzt die DOC-Prosecco mit einer Änderung der Statuten Einhalt gebieten, Prosecco soll demnächst nur aus der DOCG Prosecco stammen, was heißt, das Anbaugebiet ist begrenzt, die Qualität wird garantiert und diese Garantie wird überprüft. So dürfen von nun an die Flaschen Prosecco, die auch so heißen, nur mehr im Anbaugebiet direkt gefüllt werden. Der Tanklastzug Prosecco, der dann im Belgien oder sonstwo vermischt und abgefüllt wird, ist somit Vergangenheit.

Weniger Flaschen, mehr Geld

Die Begrenzung beim Ertrag hat freilich zur Folge, dass es demnächst weniger Flaschen richtigen Prosecco geben wird. Das führt dann automatisch zu höheren Preisen. Ob der Konsument diese späte Wende hin zur ultimativen Qualitätsgarantie noch akzeptieren wird, ist fraglich. Der Ruf des guten Prosecco ist durch die vielen Prosecco Frizzantes und andere Plörren längst ruiniert.

Der Captain rät auch einmal einen Blick auf andere Weine aus Italien zu werfen.



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Kommentare 1

Kommentare

Markus Altenburger zustimmend

die haben die marke wirklich an die Wand gefahren. kein normaler mensch gibt heute noch geld für das zeug aus. prosecco muss billig und süss sein sonst is es keiner.

doch auch bei uns sollte man einmal nachdenken, was das wort sekt eigentlich bedeutet und wie man einen flaschenvergorenen qualitätssekt von der tankplörre etc. auf den ersten blick bzw. in der bezeichnung differenzieren kann.

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