30.08.09 WEINLEUTE 5 Einem Freund senden

Wichtiges aus der Welt der Weine

+) "Trauben runter" in Bordeaux

Am Donnerstag und Freitag haben etliche Chateaus im Bordeaux mit der Ernte begonnen. Vor allem Cabernet und Merlot wurden bereits Ende August von den Stöcken geholt. Grund für diesen ungewöhnlich frühen Erntebeginn ist die zunehmende Klimaerwärmung in der Region, die die Beeren früher reifen lässt.

Es ernten zudem nicht nur kleine Chateaus oder solche, die der Massenproduktion zuliefern. Die Erntebrigade des angesehenen Grand-Cru-Chateaus Carbonnieux stand als erste am Feld. Diese Woche folgen die Leute von Haut-Brion, in den nächsten Tagen wohl alle prominenten Bordeaux-Chateaus.

Doch einer Recherche des Captains folgend, ist nicht nur der warme Sommer für die frühe Ernte verantwortlich - manche Winzer würden den Wein gerne noch ein paar Wochen länger am Stock halten. Die Weinmacher und Firmenbesitzer fürchten jedoch, dass der beginnende Herbst einige Unwetter mit sich bringt, welche die Ernte beeinträchtigen und schmälern würden. Das frühe Ernten hat also auch handfeste ökonomische Gründe.

Angesehene Önologen vermuten daher, dass die frühe Ernte 2009 dem Jahrgang nicht zur vollen Geltung helfen wird. Man muss also die nächsten Tage auf das Wetter achten. Und auf jene Winzer, die den Mut haben, die Beeren noch ein paar Tage länger am Stock zu halten. Es könnte ein wirklicher Jahrhundertjahrgang werden, vergleichbar mit 1989 oder 1990.

+) Der Terminator befiehlt zum Wein

Kaliforniens unglücklicher Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat den September zum kalifonischen Weinmonat erklärt. Der gebürtige Österreicher kämpft in seinem Staat nicht nur gegen ein gigantisches Budgetdefizit und somit auch gegen den Staatsbankrott, nein, er muss sich auch um seine kalifornischen Winzer sorgen, deren Umsätze im letzten Jahr um bis zu 25% zurückgingen.

Der ehemalige Schauspieler posiert auf Postern und animiert das Pubkikum in Fernsehspots mehr kalifornischen Wein zu trinken. Die Werbemittel werden im gesamten US-Bundesgebiet und auch in Kanada eingesetzt.

Doch damit setzt sich Schwarzenegger auf die schwarze Liste der radikalen amerikanischen Alkoholgegner. Das sind Gruppen mit meist religiösem Hintergrund, die auch im Sunshine-State starken Zulauf haben. "Wie man es macht, macht man es falsch", lautet ein in Schwarzeneggers alter Heimat Steiermark weit verbreiteter Spruch. Er stimmt.

+) Ändere deinen Namen, verlange mehr Geld

Die Bordeaux-Appellation Bordeaux Superieur plant sich in Bordeaux Premier-Cru umzubenennen. Superieur rangiert in der Rangliste noch weit hinter den ohnehin schon abgeschlagenen Cru-Bourgeois, die Namensänderung soll eine Aufwertung bewirken, die auch höhere Preise möglich machen soll. Ziel dieser Aktion ist vor allem der Auslandsmarkt, wo man mit Begriffen wie "Premier" und "Cru" mehr anfangen kann, als mit dem nebulosen Wort "Superieur".

Doch diese Namensänderung ändert freilich nichts an der oft unterdurchschnttlichen Qualität mancher Superieurs (wiewohl es hier auch erfreuliche Ausnahmen gibt). Deshalb protestieren schon angesehen Weingüter der Burgeois- und Grand-Cru-Liga gegen diese Namensänderung. Die Absatzkrise der Superieurs lässt sich wahrscheinlich nur durch Qualitätssteigerung und Betriebsbankrotte verbessern.

Auch im Bordeaux muss wieder Qualität vor Ertrag stehen, notwendige Reformen wurden über Jahre verschleppt. Man verließ sich auf den guten Namen der Region.



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Kommentare 5

Kommentare

Thomas Faschingeder

mit Alkohol im TV kann man sich in den USA nur in die Nesseln setzen, ich erinnere an den Aufschrei der amerikanischen Bierbrauer nach Obamas verordnetem after-work-bier...

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Gast

um was ging es bei der Bier Geschichte?

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Thomas Faschingeder etwas ausholend

ein weißer Polizist hat einen afroamerikanischen Uniprofessor als vermeintlichen Einbrecher in seiner eigenen Whg. festgenommen. Obama nannte dies eine 'dumme Aktion' oder so ähnlich, was ihm eine mittleren Streit mit der Polizeigewerkschaft einbrachte etc.. Um die Wogen zu glätten hat er den Cop und den Prof zu sich ins Weiße Haus in den Garten eingeladen, um das ganze unter Erwachsenen bei einem Bier auszudiskutieren. Die beiden hat das nicht wahnsinnig interessiert, aber wenn der Präsident eine Runde schmeißt kann man schlecht nein sagen. Abgesehen von den Diskussionen ob man Probleme mit Alkohol löst beschwerten sich die amerik. Brauer dass man Marken trank die mehrheitlich in ausländischem Besitz waren. Die Medien hatten ja genau berichtet wer was getrunken hatte (alles natürlich kalorien- und alkoholreduziert).

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Der Captain Interessant..

..mir war gar nicht bekannt, dass sich amerikanische Biermarken in ausländischem Besitz befinden. Eher umgekehrt..

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Thomas Faschingeder auch verwundert

z.b. das Bud Light von Anheuser-Busch ist seit 2008 Teil der belgischen AB-InBev NV...
Die Geschichte (mit den Bierdetails im letzten Absatz) auf orf.at:
http://orf.at/090731-41037/?href=http%3A%2F%2Forf.at%2F090731-41037%2F41...

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