Wer braucht diese Brücke? Keiner. Dennoch wird das vierzig Jahre alte Projekt der Bundesstrasse 50 weitergeführt. Es ist ja Krise, da ist jeder Arbeitsplatz wichtig, auch jene an einem Zerstörungsprojekt. So denkt wohl auch der sozialdemokratische Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz Kurt Beck. Und lässt die Bagger ausrücken.
Vorgestern und gestern haben die Sturmtruppen der Baufirmen in aller Herrgottsfrühe Teile der historischen Graacher Schanzen zerstört. Die Schanzen sind keine Weinhänge, sondern eine historische Befestigungsanlage aus dem Krieg gegen Napoleon und Frankreich zu Beginn der neunzehnten Jahrhunderts.
Historisch wichtiges Kulturland? Egal, die unnötige Strasse muss gebaut werden
Interessant, dass auch diese einmalige historische Anlage zerstört werden darf. Was sind da schon ein paar der besten und berühmtesten Weinlagen Deutschlands, wie das Graacher Himmelreich, die von diesem absurd unnötigen Strassenbau gefährdet werden. Die Arbeiten auf den Hügeln wird schon nächstes Jahr den Feuchtigkeitshaushalt der Hänge beeinträchtigen. Eventuell, so Ernst Loosen im Gespräch mit dem Captain, muss man später einzelne Lagen aufgeben, wenn der voranschreitende Klimawandel weiterhin heiße und trockene Sommer bringt.
Leider stehen die Winzer der Mosel nicht geschlossen gegen das Projekt. Daher kann die Politik das Projekt auch so schnell vorantreiben. Mit Absurdversprechen, wie einem touristischen Unterhaltungspark, will man für Ruhe in der Region sorgen. Der Captain sagt, es ist eine Schande, was da an der Mosel geschieht.
Eine derartige Kulturlosigkeit gegenüber dem Kulturgetränk Wein ist in Europa einzigartig. Wo bleibt die Widerstandskultur, die in Deutschland seit 1968 schon einige unnötige Großprojekte verhindert hat, eben gestern erst das Bombodrom in der Ruppiner Heide. An der Mosel hingegen hat die Zerstörung begonnen. Die Graacher Schanzen waren das erste Ofer. Sie sind unwiederbringbar verloren.







Jahrhunderte überlebt, jetzt zerstört: Die Graacher Schanzen. Plan: Landesverkehrsamt 



......bei unseren deutschen Bundesgenossen werden führende Lokalpolitiker sichtlich in die falsche Richtung erzogen. Das Oktoberfest ist halt einfach eine ungeeignete Schule. Es fehlt die Grundausbildung bei heimischen Winzerfesten.... oder die Madln san net fesch gnua! Schickt die Bürgermeister in eine österreichische Provinz-Saufschule und danach auf Ferienlager nach Frankreich. Nur so kann sich eine gestandene Trinkkultur entwickeln!