Heute wünsche ich mir was. Ein paar Dinge, Ereignisse, Maßnahmen. Alles, was den deutschen Wein weiterbringen würde. Und den Weingenuss, mit dem es ohnehin stets bergauf geht.
Ich wünsche mir, dass der deutsche Konsument endlich begreift, dass eine Flasche Wein für 1,99 Euro eine üble Industrieplörre ist. Allein die Flasche und ihre Ausstattung kosten mit Logistik, Marketing und Regalgebühr mehr als einen Euro. Aus welchen Trauben wird dieser Wein wohl gepresst worden sein? Und was hat er geimpft bekommen, dass er überhaupt nach Wein schmeckt? Ein richtiger Wein muss ab Hof mindestes vier Euro kosten. Alles darunter sollte man nicht Wein nennen, sondern weinähnliches Industriegetränk.
Einfache und klare Bezeichnungen
Ich wünsche mir, dass die deutschen Winzer und ihre Verbände endlich landesweit die bereits existierende Qualitätspyramide des VDP (Verein Deutscher Prädikatswinzer) einführen. Dann ist endlich Schluss mit den vielen verwirrenden Begriffen, mit den Sternchen und überflüssigen Kategorisierungen. Mir reichen "Gutswein", "Ortswein" und "Großes Gewächs" beziehungsweise "Erste Lage".
Der Gutswein muss ein ordentlicher Basiswein sein, der das Weingut repräsentieren kann. Und er sollte aus regionaltypischen Sorten gekeltert werden. Die Erträge dürfen 75 Hektoliter pro Hektar nicht übersteigen.
Der Ortswein sollte aus traditionellen und hochwertigen Weinbergen stammen, die mit einem Ort verbunden sind. Und es sollten nicht mehr als 65 Hektoliter pro Hektar gewonnen werden.
Der deutsche Konsument soll Durchblick bekommen
Die Trauben für Große Gewächse beziehungsweise Erste Lagen sollten aus den besten und somit klar begrenzten Weinlagen stammen. Es sollten mindestens Spätlesen sein und alle von Hand geerntet werden. Der Ertrag muss unter 50 Hektoliter liegen. Könnte man das endlich überall durchsetzen, würde der deutsche Konsument auch mal den Durchblick bekommen. Und vielleicht weniger zaudern, bei deutschem Wein zuzugreifen.
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Unsere Wein-Wünsche für 2012? (Foto:Koufax73/Fotolia) 




"... infrastrukturverliebte Regionalpolitiker der Zerstörung einer einzigartigen Kulturlandschaft keinen Einhalt gebieten werden. Dieser Irrsinn hat inzwischen Methode."
Welche Methode erkennst Du, würde mich interessieren.