27.01.12 MEINUNG 30 Einem Freund senden

VDP: altes Leid + neues Leid = Beileid

Erste Lage, Großes Gewächs. Oder Erstes Gewächs und Große Lage? Wer steigt da durch? (Foto:VDP)Erste Lage, Großes Gewächs. Oder Erstes Gewächs und Große Lage? Wer steigt da durch? (Foto:VDP)

Was gestern in Neustadt im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des VDP (Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter) beschlossen wurde, hatte im Vorfeld für einigen Zündstoff gesorgt. Denn es handelt sich nicht nur um die weitere Ausformung der VDP-Klassifikation. Die jetzt beschlossene und in einigen Regionalverbänden bereits seit zwei Jahren geforderte Vierstufigkeit (Bspw.: Kühling-Gillot Riesling trocken, Niersteiner Riesling trocken, Nierstein X Riesling trocken, Nierstein Ölberg Riesling trocken GG), ist tatsächlich die einzig nachvollziehbare Neuerung.

Aber sie birgt Widersprüche: Neben den sog. „Ersten Lagen", also jenen Lagen aus denen bisher alle „Großen Gewächse" stammen konnten, wird es jetzt auch „Große Lagen" geben. Und nur aus diesen dürfen die Trauben für das „Große Gewächs" fortan stammen. In der Praxis heißt dies: Die Regionalverbände bestimmen die besten „Ersten Lagen" und klassifizieren diese als „Große Lage".

Wie ein bisschen schwanger

Der beste trockene Wein aus der „Großen Lage" ist also das „Große Gewächs". Folgt man dem Konzept mit einer gewissen sprachlichen Logik, dann müsste der beste trockene Riesling aus einer „Ersten Lage" auch „Erstes Gewächs" heißen. Dieser Weg ist jedoch verbaut, da ein „Erstes Gewächs" eine weinrechtlich genau definierte Bezeichnung für einen Rheingauer Wein aus den Rebsorten Riesling oder Spätburgunder darstellt. Fail 1.

Bleiben wir im Rheingau. Punkt 5 des Beschlusses definiert die Spielräume der Regionalverbände, was zur Folge hat, dass es im Rheingau auch weiterhin trockene Prädikatsweine geben wird. Obwohl dies unter Punkt 7 - „Festlegung der Prädikate auf fruchtsüße Weine" - ausgeschlossen wird. Es wird „weitgehend" ausgeschlossen... Das ist ungefähr so, wie „ein bisschen" schwanger sein. Unterm Strich kann also jede Region in Zukunft machen, was sie will. Fail 2.

Ein großer Schritt - in die falsche Richtung

Tja, ist das eigentlich für den Konsumenten noch interessant? Oder geht es hier um ganz andere Interessen? Um die Vorstellungen einiger Weniger und die Nabelschau vieler Weingüter? Was als Idee vom großen trockenen Wein seinen Anfang nahm, entwickelt sich langsam aber sicher zur Posse. Zu einer Posse, die am Kunden völlig vorbeigeht. Und ihm am Ende das Weintrinken gar verleidet.

In den letzten 20 Jahren hat sich der VDP zu einer festen Marke am deutschen Weinmarkt entwickelt. Wein aus Flaschen mit dem stilisierten Traubenadler auf Kapsel oder Etikett kann man bedenkenlos kaufen. Die Qualität ist überdurchschnittlich gut und das ist - abseits aller geschmacklichen und ideologischen Vorlieben - erstmal eine großartige Leistung.

Weiter auf Seite 2....

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Kommentare 30

Kommentare

Benjamin Fröhlich

sehe ich auch so, das dies ein rückschritt ist.......aber ganz ehrlich, wer nur nachdem adler kauft ist selbst schuld. oftmals zu überteuert und von der qualität gut, aber nicht unbedingt das beste.....

schwieriges thema, zuviele emotionen, ich mach jetzt mal eine Flasche Spätlese von der Mosel auf - kein VDP- Prost!

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Oswald aus dem Osten

Trotzdem ist der Adler eine Garantie für ein gewisse Qualität und man weiß was man bekommt. Ich bin nie schlecht gefahren mit dem VDP.

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Johann Fitz (via Facebook)

Jeder der an den Diskussionen der letzten Wochen teilgenommen hat weiß, dass eine härtere Regelung absolut nicht durchsetzbar gewesen wäre. Wenn es daran Zweifel gäbe, hätte man diesen Beschluss auch nicht einstimmig (alle 200!) angenommen. Die einstimmige Abstimmung finde ich schon sehr beachtlich, schließlich stimmt da nicht irgendjemand ab, sondern viele erfolgreiche Weingüter, die sich mit diesem Thema am meisten befasst haben und die von diesem Beschluss die Konsequenzen nachhaltig tragen werden.

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Mahatma-Glück Mahatma-Pech (via Facebook)

Der Maat soll seinen grossen Namen nutzen, um im Rheingau ein VDP-Weingut zu betreiben und zum einen dort neuen Wind zu machen, zum anderen aber im VDP seine Vorstellungen, von denen man im Artikel leider zu wenig lesen kann, zu vertreten.

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Gast

Dieser Artikel ist der beste Beweis dafür, daß mittlerweile nur noch Felix Eschenauer und der Captain hier ernsthaft lesbar sind. Den Rest kann man achtlos in der Pfeife rauchen.

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Oswald aus dem Osten

Finde ich nicht. Eschenauer beschäftigt sich ernsthaft mit seiner Region und ist die Verbindung zu den Weinprofis. Der Captain ist ein Journalist, das merkt man eben. Bugnowski, Golenia und Balcerowiak habe ihre eigenen Fans. Ist doch gut.

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charlie

Werden die "Ersten Lagen" alle zu "Großen Lagen" und paar zusätzliche Lagen zu "Ersten Lagen"?

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Benedikt Baltes (via Facebook)

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Gut Ding will Weile haben. Eine vernünftige überlegte aber konsequente Vorangehensweise und Weiterentwicklung erscheint mir weit mehr als erwachsen und nachhaltig als „zu Weich“. Die Kritik der Sache in diesem Artikel, empfinde ich als weit aus dem Fenster gelehnt. Ich weiß nicht ob es richtig ist reißerische Überschriften und Quote vor sachlich kompetente Berichterstattung zu setzen. Es gibt nun einmal verschiedene Regionen, mit verschiedenen Lagen, Stärken und Stilistiken, sie alle zu beschneiden wäre nicht Richtig, vieles wird aufgrund der Weitsicht bereits der Vereinfachung der Verständlichkeit untergeordnet. Das große Ziel eine Klassifikation zu erschaffen die die 3 wichtigen Klassifizierungssystem ( Burgund=Lage/ Deutschland= Mostgewicht / Bordeaux= Weingut ) und ihre Stärken, möglichst ohne ihre Schwächen vereint ist in dieser Dimension aber nur in mehreren Schritten zu ereichen. Diese eigenständige Klassifizierung kann man durchaus als revolutionär bezeichnen, und so braucht sie auch ihre Zeit sich zu entwickeln, allerdings wurde durch sie und den VDP bereits enorm viel für das gesamtdeutsche Image getan. Aber was schnell da ist, ist meistens auch schnell wieder weg, so kann ich die Schrittweise Weiterentwicklung nur Richtig finden. Im Angesicht der Aufgabe die die Mitglieder des VDP sich gestellt haben, finde ich ist hier Sachlichkeit das wenigste was man an Anerkennung erwarten kann.

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Johann Fitz (via Facebook)

Mir fehlt in dem Artikel auch jeglicher konstruktive Ansatz. Welche konkrete Alternative wäre denn aus Sicht des Autors besser und auch realisierbar?

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Felix Eschenauer (via Facebook)

@Johann Fitz: zu kommentar 1: die zustimmung kam wohl deshalb zustande, weil man es mit diesem beschluss allen recht gemacht hat. das ist in ordnung, nur sollte es dann auch so kommuniziert werden. der vdp schwankt immer noch zwischen prädikatswein und herkunftsprinzip und kann sich nicht einigen. ein klares bekenntnis wäre hier notwendig. die konsequente anwendung der bisherigen linie hätte wohl die abspaltung mindestens eines regionalverbandes bedeutet. das herkunftssystem ist ein kind der regionen pfalz, rheinhessen und baden. dort lässt es sich umfassend anwenden. zu kommentar 2: a) entweder jede region darf sich vollumfänglich entscheiden oder man zwingt alle regionen auf eine einheitliche linie. b) aus der lagenklassifikation wird auch endlich eine solche. bisher gehr es nur darum, eine marke wie das "gg" am markt zu positionieren. c) für "lagenverbrauch" und "einweinprinzip" gibt es keine logische begründung. entweder die lage/herkunft steht im mittelpunkt, dann müssen mehrere weine aus dieser erlaubt sein oder man will einen spitzenwein betonen, was allerdings auch durch die bloße kennzeichnung als "gg" erreicht wäre. d) es geht schlichtweg um markenbildung. vielleicht nicht den einzelnen winzern, die mit herzblut daran arbeiten, aber dem vdp als verband. e) die große frage: für wen wird der wein gemacht?

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Felix Eschenauer (via Facebook)

@Mahatma-Glück Mahatma-Pech, ich habe keinen "großen namen", nur eine meinung. journalismus hat nicht die aufgabe konstruktiv zu sein und ich muss zum glück kein weingut führen. ich schreibe in erster linie für den konsumenten. und dass dieser bei der "lagenklassifikation" nicht im mittelpunkt steht, die lage aber auch nicht, das ärgert mich kolossal.

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Felix Eschenauer (via Facebook)

@Benedikt Baltes: die überschrift macht die redaktion und mein text ist als kommentar/meinung gekennzeichnet. ich bringe gerne einmal meine ideen zu papier. aber ich will dem vdp da auch nur bedingt als vordenker dienen. wer die entwicklung seit der gründung des "comitée erstes gewächs" verfolgt, der sieht die errungenschaften und sieht die brüche. das alles ist politik - und die kommt beim konsumenten eher schlecht an.

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Mahatma-Glück Mahatma-Pech (via Facebook)

Aber klar gemacht werden muss einfach mal für alle und in einfachen Worten, WIE denn eine GUTE LÖSUNG aussähe.

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Johann Fitz (via Facebook)

@Felix Eschenauer: Es gibt laut dem neuen Beschluss keine Schwankung zwischen Herkunftsprinzip und Prädikatsstufen, jedenfalls nicht bei trockenen Weinen. Es zählt ausschließlich das Herkunftsprinzip. Wer sich als VDP-Winzer nicht strikt daran halten will darf zwar eine Ausnahme beantragen, diese wird dann aber nicht vom Verband getragen sondern vom Winzer selbst. Der VDP bekennt sich klar zum Herkunftsprinzip.
Bei den Süßweinen werden die Prädikate beibehalten – Das ist auch Sinnvoll da hier ganz andere Maßstäbe gelten als bei den trockenen Weinen und eine weitere Abstufung nach Prädikaten Sinn macht und dem Verbraucher einen Informationswert bietet.
Die Kritik am Einweinprinzip kann ich nachvollziehen, und finde sie auch absolut berechtigt. Ich persönlich finde aber, dass hier die Klarheit bei der Kommunikation mit dem Endkunden zum tragen kommt. Das Grundprinzip bei den GGs ist, dass man die Lage ganz in Vordergrund stellt, und sie wie Markennamen behandelt. Da ist es eher hinderlich, wenn mehrere trockene Weine die gleiche Lage verwenden, ähnlich wie ein Markenname möglichst klar definiert und nicht mehrfach verwendet werden sollte. Das Thema wurde hier eher zugunsten des Konsumenten gefasst, und weniger für die Insider des Weinbaus die verstehen, dass Weine von der gleichen Gemarkung auch unterschiedlich schmecken können. Bei Verbrauchern weckt das erst mal Erklärungsbedarf der niemanden wirklich weiterbringt. Ich sehe den Beschluss als einen großen Schritt in die richtige Richtung für eine klares Bekenntniss zum Herkunftsprinzip mit der Ziel, dass sich einzigartige Herkunft ähnlich wie eine starke Marke, bei den Verbrauchern als Maßstab durchsetzt.

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Felix Eschenauer (via Facebook)

Johann Fitz: "vdp gutsweine können als qualitätsweine und prädikatsweine in allen geschmacksrichtungen bezeichnet werden." hier greift das herkunftsprinzip nicht. und wie erklärt man dem verbraucher, dass der trockene spitzenwein aus der "ersten lage" eben kein "erstes gewächs" ist? da endet leider die vielbeschworene "sprachliche logik".

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Johann Fitz (via Facebook)

Stimmt, das was ein notwendiger Kompomiss der mir auch nicht gefällt. Ich denke bzw.ich bin mir sogar sicher, dass in der Praxis ein trockenr Kabinett oder eine trockene Spätlese ohne Orts- oder Lagenbezeichung keinen nennenswerten Stellenwert für den VDP einnehmen wird, allenfalls als Übergangslösung für einzelne Betriebe. Wenn man 200 Mitglieder überzeugen willl muss man so etwas meiner Meinung nach in Kauf nehmen und einzelnen Betrieben genügend Zeit lassen, dass sich verwuzelte Strukturen sich nicht von heute auf morgen ändern müssen. Deswegen diesen richtungsweisenden Beschluss aufs Spiel zu setzen wäre noch viel schlimmer für alle.

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Johann Fitz (via Facebook)

"Erstes Gewächs" ist ja geschützt und darf nicht vom VDP verwendet werden. Das kann der VDP auch nicht ändern Umgangssprachlich wird aber sicher vom Ersten Gewächs oder Premier Cru die Rede sein. Was solls. Ich habe auch schon darüber gegrübelt was man als alternative zu "Erste Lage" hätte nehmen können. Ideen?

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Felix Eschenauer (via Facebook)

‎"erstes gewächs" ist rechtlich geschützt, "großes gewächs" darf nicht aufs etikett. das problem ist doch das festhalten an einem gewachsenen konzept, das aufgrund seiner vielen brüche immer etwas dilettantisch anmutet. bitte mich nicht falsch zu verstehen: an der aufrichtigkeit vieler vdp-winzer, den herkunftsgedanken umsetzen zu wollen, zweifle ich keinen moment. ich weiß auch, was es bedeutet, in einem verband mit 200 mitgliedern einen beschluss herbeizuführen. und die leistung aller beteiligter will ich nicht schmälern. konsequent wäre aber eines: alles auf null - und nachdem alle regionen die bereitschaft erklärt haben, daran mitwirken zu wollen, ein neues, schlüssiges konzept zu entwerfen. eines aus einem guss, mit einer juristisch einwandfreien terminologie, ohne ständig in grauzonen zu operieren oder begriffe weiterzuführen, die sich leider überlebt haben. und eines, dass die besonderheiten der regionen berücksichtigt.

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Johann Fitz (via Facebook)

‎"aus einem guss"... "das die besonderheiten der regionen berücksichtigt" . Genau da gehen Idealismus und Realität auseinander. Entweder aus einem Guss ODER den Besonderheiten der Regionen berücksichtigen. Bei den unglücklichen Begrifflichkeiten stimme ich aber zu. Solange es aber "nur" die Begriffe sind und nicht Inhalt über den man sich ärgert, wird sich das schon irgendwie etablieren.

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Benedikt Baltes (via Facebook)

Lasst uns doch mal konsequent alle Nationen unserer Erde zusammenrufen (Naher Osten, Asien, Südamerika, Afrika, Europa, Türkei, die USA usw.) und vorschlagen alles erstmal auf null zu setzen und dann überall den Basisdemokratischen Weltfrieden herbeizuführen, mit einem juristisch einwandfreien System, Ohne Gewalt, Absolut Fair und ohne Grauzonen….. ;-) Möglich ist das…, aber ähnlich wie das Thema über das wir sprechen nicht von heute auf morgen umzusetzen

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Thorsten Firlus (via Facebook)

Oh. Da hat was "im Vorfeld für (...) gesorgt". Mag von da an nicht weiter lesen.

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Mahatma-Glück Mahatma-Pech (via Facebook)

Hä? Ich sehe mich ausser Stande, den Kommentar von Herrn Thorsten Firlus mental zu verarbeiten.

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Thorsten Firlus (via Facebook)

Die Formulierung - sorry - da sind doch eigentlich lockere Schreiber tätig. Aber das ist das Deutsch, das es erlaubt, dass hinter "Maßnahmen ergreifen" und "durchführen" und "Mitteln" sich Sachverhalte verbergen. Warum sagt er nicht einfach und schön, dass sie sich gestritten hätten? Verdirbt die Leselaune.

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Felix Eschenauer (via Facebook)

ich habe auch meinen sternberger, süskind und klemperer gelesen, man muss es aber mit der sprachhygiene auch nicht übertreiben.

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Mahatma-Glück Mahatma-Pech (via Facebook)

Ach Herr Thorsten Firlus, Sie sind schon ein ganz Genauer; anstrengender als des Maats Schreibe sind doch Ihre Comments.

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Thorsten Filus (via Facebook)

Die schreibe ich auch in meiner Freizeit. Da bin ich gerne kryptisch.

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Christian Amlinger

Zur Überschrift: Ich weiss nicht, warum mittlerweile alles so hysterisch wird, in der Presse und auch hier beim Wein. Überall Krise, Probleme, alles geht bergab.

Also so schlecht finde ich die VDP-Qualitätshierarchie nicht, beschäftige mich aber gerne mit einem konstruktiven Gegenvorschlag.

Probleme sind deiner Meinung das Einweinprinzip(Eine Lage = Grosses Gewächs), die Prädikate trocken und die regionalen Unterschiede.

Das Einweinprinzip ist halt einfach nicht zu halten. Gerade zB bei uns an der Mosel wächst eben nicht nur ein Großes Gewächs in einer Lage, sonden neben trockenen Weinen auch jedes Jahr botritisgeprägte Auslesen/Beerenauslesen, bei der Vorlese fällt Kabinett an, es reicht in einem Schlag zum Eiswein etc. Und woanders soll es sogar mehrere Rebsorten in einer Lage geben ;-).

Mit Kabinet trocken: Ist halt Realpolitik. Leider kompliziert, aber gerade Kabinett trocken als etwas grüner, leichter, etwas säurebetonter Wein mit wenig Alkohol ist einerseits eine geschmacklich nachvollziehbare Aussage und andererseits eine eingeführte und gut laufende Marke - trinke ich selber öfters als ein Großes Gewächs.

Schaut doch mal über den Wein-Tellerrand: ab einer gewissen Qualität und Tiefe wird halt alles kompliziert. Das ist in der Sterneküche ebenso wie in allen anderen Feldern und Wissenschaften. Auch beim Wein. Wer Qualität sucht und seinen Geschmack genau treffen will, wer Gourmet oder Fachmann sein will, muss sich halt mit der Materie beschäftigen.

Dies gilt genauso für die regionalen Unterschiede. In der EU heisst das "Subsidiarität" - lass das die Regionen selber machen. Ich sehe keine Möglichkeit, die zB Baden und Mosel gleich gut abbildet.

Grüße von der Mosel

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der admiral sehr gut...

War es Sido oder Rio der sagte: "Wir sind geboren um frei zu sein"?
Immer locker bleiben Crew. Der Erfolg (Preis) von Wein wird an Qualität gemessen.
Diese deutsche Pyramiden Nabelschau kann ich gar nicht mehr ertragen, die ist gefühlte 1000 Jahre alt.

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Weinkaiser Zustimmend

Ich kann Felix nur zustimmen und habe mich auch mal ein Wenig zum Thema ausgelassen:

http://www.weinkaiser.de/vdp-mit-dem-vorbild-burgund-gott-bewahre/

Gruß aus Bonn

Ralf

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Gast wieso so schlecht?

Ich als Verbraucher sehe das System zunächst sehr positiv und vereinfachend, wieso ist es kein Schritt in die richtige Richtung?

Probleme bestehen sowieso immer. Nicht jedes Grosse Gewächs hat seinen Namen verdient. Kabinette wimmeln von Spät- und Auslesen. (Noch)-nicht klassifizierte Lagen bringen phantastische Weine hervor, etc... Jeder der Weine liebt und sich damit beschäftigt kann am Ende sowieso nur seinem Geschmack und dem Winzer vertrauen, der doch unabhängig von Lage und Prädikat, den Wein mit seiner Stilistik und seinem Charakter erzeugt.

Nehme ich mich und vorallem auch einmal die breite Masse an bekannten (Gelegenheits-)Weintrinkern interessiert doch zunächst nur folgendes:
Weiss oder Rot? = Rebsorte / Wer? = Weingut / Woher? = Lage / trocken oder restsüß? = Prädikat

Forster Pechstein "Grosses Gewächs" = Grosse Lage trocken
Forster Pechstein "Grosse Lage" Spätlese = Grosse Lage restsüß

Forster Musenhang "Erste Lage" = Erste Lage trocken
Forster Musenhang "Erste Lage" Spätlese = Erste Lage restsüß

Forster Riesling = Ortswein trocken
Forster Riesling Spätlese = Ortswein restsüß

Gut, beim Gutswein kann man ja noch nachbessern...
Es gibt also eine klare Herkunft und ich kann klar entscheiden ob trocken oder restsüß. Ein entsprechendes Pendant zu "Grosses Gewächs" für die Erste Lage würde ich sogar für kontraproduktiv halten, da sie nebeneinander stehen. Es gibt das Grosse Gewächs oder Lagenweine, Punkt, Aus, Ende.
Das ist alles verständlich und vorallem dem erklärbar, der unbedarft einen Wein kaufen möchte - für sich selbst oder für einen befreundeten Weintrinker.

Also, ein Schritt nach vorn. Bei den Gutsweinen nachbessern und das Herabstufen von Prädikaten verbieten - dann weis der Konsument was er im Glas hat. Amen.
Qualität, Stilistik und Charakter ist ein anderes Thema und hat nichts mit einer Klassifikation zu tun.

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