Steht schon im Vorspann: Eine hochkarätige Verkostung. Und in dieser Verkostung - mehr durch Zufall und aus Gründen der Freundlichkeit - auch ein Grüner Veltliner eines niederösterreichischen Winzers. Nicht aus dem Weinviertel, so viel soll gesagt sein. Nein, aus einer Region, die ein höheres Prestige beansprucht. Ein Grüner Veltliner eines Winzers, der sich bäuerlich und bauernschlau gibt, der gemütlich aussieht und eine Frisur trägt, als habe der Friseur, so es einen gab, einen Kochtopf eingesetzt. Doch das ist alles Marketing. Vor allem dieses Bäuerliche. Der Mann weiß genau, warum er diesen unmöglichen Wein keltert. Weil er den Leuten schmeckt. Und schmecken tut der ja. Dieser Grüne Veltliner aus dem Jahr 2010.
Aber er schmeckt nach Sauvignon. Nicht nach Veltliner. Und er schmeckt auch nicht nur ein klein wenig nach Sauvignon, wie es der Captain zuletzt auch immer öfter feststellen musste. Dieser Veltliner war ein Sauvignon. Ein schöner burgenländischer Sauvignon der Marke Steinmühle. Also kein schlechter Wein, mitnichten. Nur eine Lüge. Eine große, unverschämte Lüge. Und da bekam der Captain einen Wutanfall. Einen richtigen.
Das ist die Pest
Denn er muss seinem Wein-Taliban (©Eckhard Supp) und Hassmaat Clemens Mally völlig rechtgeben: diese Sauvignon-Veltliner, die sich in Österreich breitmachen, sind die reine Pest. Und dieser Veltliner, vom bauernschlauen und so bäuerlich tuenden Winzer, dieser Veltliner ist eine Ratte in diesem noch sehr kleinen Haufen fauler Eiterbeulen. Da geht dem Captain, wie man in Wien sagt: "der Feidl (Klappmesser) in da Toschn auf."
Am Tisch anwesende Winzer bemerkten schnell die Empörung des Captain und suchten nach Erklärungen. Nicht unbedingt die falschen Aromahefen, sondern vor allem freigesetzte Aromen bei allzu kalter Gärung, wie man sie heute gerne einsetzt, sind an dieser Lüge schuld. Und zu früh geerntete Trauben. Es ist eben eine sichere Nummer: früh runter mit den Trauben, kein Risiko eingehen. Und den Rest im Keller machen. Ein bisschen viel Scheißdrauf.
Und ohne jetzt näher drauf einzugehen, warum dieser Veltliner so intensiv, nein, so genau nach Sauvignon schmeckt (denn da werden sich sicher viele Matrosen melden, die das besser wissen), muss man feststellen, dass dies ein gigantischer Irrweg ist, dem die Institutionen sofort Einhalt gebieten sollten. Denn dieser verfickte Sauvignon-Veltliner macht all das zunichte, was sich Österreichs Winzer mühsam und mit gigantischer Energie nach dem Weinskandal von 1985 aufgebaut haben: das tadellose Image.
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Was erlauben Strunz? Was ist da im Glas? Grüner Sauvignon. Ein Skandal! 






Huh!