Es gibt Länder mit Weinkultur. Und es gibt Länder ohne Weinkultur. Deutschland ist ein Land mit langer Weinkultur. Aber im alltäglichen Umgang mit Wein noch unerfahren. Daher kommt es auch, dass man in Deutschland ungestraft so viel Blödsinn über Wein schwafeln kann. Anstatt Wein einfach nur zu trinken. Und ein bisschen nachzulesen, wenn man sich nicht auskennt. Und dem eigenen Geschmack zu vertrauen. Das tut der Deutsche nicht. Er braucht ein Umfeld, eine Beratung, ein Brimborium. Um den Wein. In den großen Weinländern Italien und Frankreich kennt sich jeder bei Wein aus. Und freilich kaum einer richtig. Was zB. in Frankreich für blödsinnige Geschichten über Wein erzählt werden, was in italienischen Lokalanekdoten für Schwachsinn steckt, das alles tut nichts zu Sache, denn am Ende steht immer ein guter Wein am Tisch. In Deutschland nicht, wie der Captain bei unzähligen Verkostungen "aussergewöhlicher" Winzer aus Italien oder Frankreich selbst erfahren musste.
In Italien und Frankreich macht man auch die Flasche Wein einfach auf und stellt sie auf den Tisch. Wenn man will, kann man das Dekantieren einfordern, keiner wird einem deswegen für einen Schnösel halten. Und in der Restaurants haben sie dort sogar inzwischen richtige Gläser. In Italien und Frankreich. Richtige Gläser hatte man in Deutschland und Österreich schon lange vorher am Tisch stehen. Aber das ist ein anderes Thema.
Bevor der Captain hier selber ins Schwafeln kommt, noch einmal die Kernaussage, die Botschaft: In Ländern mit Weinkultur hat man keine großen Utensilien um den Wein herum. Die richtigen Gläser, eine Karaffe - das war´s. In Ländern ohne Weinkultur macht man um den Wein einen Aufwand, als handle es sich beim Weintrinken um eine Geheimreligion (gut, das macht man in teuren Restaurants in Italien und Frankreich auch). Diese Religion unterstützt man mit unzähligem unnötigen Zeugs, Monstranzen und Kelche, die keiner braucht.
Doch das Zeug, von dem der Captain gleich erzählt, ist nicht so ein Zeug.
Der Captain liebt seinen kleinen Klimaschrank. No-Name, wahrscheinlich von chinesischen Kindern nahe Tschingsdings zusammengehämmert, aber immer zuverlässig. Der Captain bevorzugt die kleine Größe für zwölf Flaschen. Denn den kleinen Schrank kann man überall herumtragen. Und da das Schiff des Captain in letzter Zeit öfter mal ins Schlingern geriet und so ein Schrank auch mal zu Boden geht, hat der Captain den billigsten Schrank daheim stehen. Und ist sehr zufrieden damit.
Der Captain verwendet den 12er nur für seine Rotweine. Denn die Weißweine liegen im stinknormalen, 23 Jahre alten Bosch-Kühlschrank, den er bei seiner Bulthaup-Werkbank stehen hatte. Als es die Werkbank am Schiff noch gab (inzwischen durch eine Ikea-Küche ersetzt). Der Schrank ist nicht groß hochtechnisch, hat aber zwei Klimazonen. In der einen Zone kühlt der Captain sehr säurebetonten Rote runter auf 16 Grad, in der anderen Zone kühlt der Captain sehr tanninhaltige Rote auf 18 Grad. Denn den Captain ärgern warme Rotweine mehr, als Westerwelles Gekeife über Hartz IV (obwohl er da ja in Ansätzen Recht hat, nur will man das nicht aus Westerwelles Mund hören).
Also rät der Captain zu diesem Schrank, der noch dazu kein Geld kostet. Kaputt ist er auch noch nie gegangen, das Ding reicht für den Alltag. Wer natürlich angeben will, der sollte sich so ein Liebherr-Trumm in die Küche stellen. Auch nicht schlecht. Tipps demnächst.
No-Name-Klimaschramk für 12 Weine (zwei Zonen, je sechs Weine) für 219,00 Euro bei promondo
Und wie immer: Der Captain kriegt für diesen Tipp keinen Cent. Auch nicht, wenn Promondo mit den zusätzlichen Verkäufen dieses Klimaschranks reich wird...













ich hab ein liebherr trumm im wohnzimmer. zu kleine küche. zu warmer keller.