Es kam dann doch recht plötzlich, sagt ein hochrangiger Vertreter der österreichischen Weinmarketing. Gerade eben hatte man noch Sorgen mit den amerikanischen Importeuren, die zuletzt Zahlungen an die Winzer nicht zur rechten Zeit leisten konnten ("es ist Krise, folks"), dann brach auf einmal ein Boom aus, der Anfangs von den Österreichern zwar gesteuert wurde, dann aber in dieser Dimension zur Überraschung des Sommers geriet. Ganz New York trinkt Grünen Veltliner.
Schuld daran ist Kurt Gutenbrunner, österreichischer Koch und Besitzer des Restaurants "Wallse" (sprich "Waulsie"), banannt nach Guttenbrunners Heimatdorf "Wallsee" an der Donau in Niederösterreich. Wenige Kilometer von hier baut man in der Wachau und im Weinviertel jede Menge Grünen Veltliner an, die Nationaltraube der Österreicher.
Der Veltliner ist eine außergewöhnliche Traube. Gut für einfache und süffige Trinkweine (wie sie derzeit in New York gerne getrunken werden). Und perfekt für lang haltbare, gehaltvolle und schwere Weine, die sich in Blindverkostungen (Blindverkostungen sind verdeckte Verkostungen) mit den besten Burgundern Frankreichs messen können.
Das ist nicht nur so dahingeredet. Bei einer spektakulären Verkostung der Zeitschrift Feinschmecker gewann vor bald zehn Jahren ein Veltliner gegen hochpreisige Burgunder. Erst Einwände von Teilen der Jury, so hört man, wie auch Einwände der Importeure der französischen Flaschen, verhinderte die Veröffentlichung des Resultats.
Junge Veltliner fallen vor allem durch ihr sogenanntes "Pfefferl" auf, das Markenzeichen dieser Traube, ein Geruch und Geschmack nach weißem Pfeffer.
Veltliner gedeiht sehr gut auf Lößboden, noch besser allerdings, so meint der Captain, auf Urgesteinsböden, die der Traube eine perfektionierende Mineralität geben.
Die leichten Veltliner sind vor allem wegen ihres guten Preis-Leistungsverhältnisses beliebt. Die begehrten Flaschen kosten zwar wegen der Einfuhrzölle etwa 80- 100 % mehr, als in den Ländern der Europäischen Union, sind aber immer noch günstiger, als ein durchschnittlicher Gewürztraminer aus dem Elsass, oder ein langweiliger Gavi aus dem Piemont - Weine, die mit dem Veltliner in direkter Konkurrenz stehen.
So können Promis wie Sean Penn, Gwen Stefani, der Maler Julian Schnabel oder Bono von U2 (Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung) völlig frei von Gewissensbissen ihren leckeren Veltliner zum Schnitzel genießen. Keine teuren Chassagne-Montrachets mehr, die Zeiten ändern sich - Vorteil für den "Groonen", wie die New Yorker den Veltliner aussprechen.
Und von der Bel-Etage wandert der Boom hinunter in die Restaurants und in den Einzelhandel der Stadt. Ihren Teil zum völlig ungesteuerten Hype trug auch die Metropolenzeitung New York Times bei, die Dutzende österreichische Veltliner verkostete und den Federspiel "Terrassen" 2008 von der Domaine Wachau an die erste Stelle reihte. Auch ein absoluter Kauftipp des Captains für den ausklingenden Sommer.
Und weil der Captain Wochenenddienst an Bord hat (dafür darf sich der erste Offizier ausschlafen), schreibt er morgen eine Liste zusammen, die er Sonntags austrinkt. Nicht ohne sie hier zu veröffentlichen. Also dranbleiben, Leute.
Grüner Veltliner Federspiel 2008 von der Domaine Wachau für 9.90 Euro bei austriangrocery oder für 9.95 Euro bei weinlust.
Der Captain empfiehlt außerdem noch weitere Weine aus Österreich.







If You could make it there.. 





Wenn dem so ist, sollte ich vieleicht noch ein wenig verweilen in der Hudson Metropole_grüße Kapitän und Mannschaft