Pfalz. Hinter uns ist viel Wald, der Naturpark Pfälzer Wald. Leichtes Mountainbike-Gelände (wir haben es ausprobiert). Vom gering geneigten Hang sieht man in die Ebene, weit hinten ist Ludwigshafen am Rhein, dahinter Mannheim, schon ein anderes Bundesland.
Die Mannschaft steht am Forster Pechstein, einer knapp über 17 Hektar großen Weinlage, wenige hundert Meter vor Wachenheim an der Weinstrasse. In nächster Nähe befinden sich noch etwa 15 andere Einzellagen, darunter berühmte Namen wie "Ungeheuer", "Gerümpel" oder "Kirchenstück".
Heute wollen wir uns aber nur dem Pechstein widmen, des Captains liebste Lage. Glück ist: einen Anteil an dieser Lage zu besitzen.
Am Pechstein wachsen ein paar der besten Rieslinge Deutschlands. Von ein paar der besten Winzer Deutschlands, wie etwa Reichsrat von Buhl, Karl Schäfer, Dr. Bürklin-Wolf, Eugen Müller (bitte nicht mit Egon Müller verwechseln), Bassermann-Jordan oder Georg Mosbacher.
Der Pechstein heißt nicht nach einem andauernden Unglück, das die Region von hier aus heimsucht. Der Pechstein trägt seinen Namen wegen des schwarzen Vulkangesteins (Basaltschotter), das hier einst zur Verbesserung auf die Boden gebracht wurde. Darunter warten Sandstein-Verwitterungsböden auf die Wurzeln. Dann Lehm (Wasserspeicher und Wasserleiter). Und wieder Basalt in Gestalt von Gesteinsadern, die den Boden durchdringen. Ideal für Riesling.
Denn die Erde hier bringt deutlich mineralische Noten in den Wein, mineralisch, wie selten in Deutschland. Der Captain mag an den Rieslingen des Pechstein vor allem die hohe Substanz, die lange Lagerfähigkeit, die Schönheit und Eleganz der Weine im fortgeschrittenen Alter (10 Jahre und mehr), die wunderbar präsente, aber nie aufdringliche Säure (naja: vielleicht 2008 ein bisschen mehr als üblich) und die Verbindung zwischen hellen Zitrustönen und dunkler Mineralität. Herrlich.
Der Captain rät also, die Weine dieser Lage (vor allem Spätlesen und Grosses Gewächs) der namhaften Produzenten zu kaufen und einzulagern. Sie werden - wie so oft in Deutschland (die Österreicher können sich ebenso angesprochen fühlen) - viel zu früh getrunken.
Die besten Jahre sind 2007, 2005, oft auch das heiße Jahr 2003. Und dann 2001, das erste Jahrhundertjahr. Aber davon hat der Captain auch nur mehr zehn Flaschen im Schiffsbauch liegen. Und man muss lange suchen, wenn man heute noch einen dieser hervorragen 2001er-Rieslinge vom Pechstein finden will. Der gerade jetzt das perfekte Trinkvergnügen darstellt. Wie sagte Donald Duck: "Großer Seufzer". Die Mannschaft seufzt mit.
Der Captain empfiehlt außerdem diese hervorragenden deutschen Weine. Öder möchten die Matrosen lieber mehr über VDP-Winzer erfahren?







Aus dem hervorragenden Weinatlas Deutschland, Hallwag Verlag 






Für mich als Österreicher hört es sich ja nach wie vor seltsam an, Wein aus Deutschland empfohlen zu bekommen, ein Vorurteil, ich weiß, aber ein tief verwurzeltes.