Der Captain hat eine Meinung zu 2008, eine Meinung, die nicht alle teilen. Der Captain meint, 2008 war in Deutschland kein wahnsinnig tolles Weinjahr. Viel Säure, mäßig Kraft. Vor allem in der Mitte. Doch natürlich sind viele Große Gewächse besser als das Jahres Ruf. Nur beim Roten sollte man Vorsicht walten lassen.
Natürlich tut es einem mittelmäßigem Jahr schlecht, wenn ein sehr gutes folgt. 2009 war ein sehr gutes Jahr. Und bei der einsetzenden Überproduktion ist es auch gut, dass der Ertrag gering blieb.
2008 hingegen war ein ertragreiches Jahr. Deswegen sind noch viele Weine am Markt. Und jetzt kommt bald der neue Jahrgang, die 2009er Flaschen sind schon in den Paletten verschweißt. 2009, das Jahr, das zudem bessere Kritiken bekommen hat. Also muss der 2008er schnell weg. Aus den Regalen der Händler.
Der österreichisch-deutsche Händler Wein&Co, Werbepartner des Captain, macht den Anfang und verkauft den einfachen Riesling QbA vom VdP-Winzer Reichsrat von Buhl um sagenhaft günstige 7,99 Euro. Natürlich ist das kein Lagenriesling, oder gar ein nobles Grosses Gewächs. Dieser einfache Riesling ist ein unkomplizierter Alltagswein. Und so hart diese Floskel schon strapaziert ist, so passt sie hier, wie selten bei einem Wein.
In der Nase anfangs (wie oft in diesem Jahr) ein prägnanter Geruch nach grünem Apfel und Zitrone. Dann, später im Glas, ein wenig Banane und Mandarine. Insgesamt ein frischer Charakter. Interessant auch, wie stabil die Säure (immerhin 9,5g bei 11,4 % Alkohol und eleganten 7,4g Zucker) noch nach einem Jahr in die Nase drängt. Und wie stabil sie auch am Gaumen bleibt. Ein spitzer Riesling, hohe Mineralität, auch Gletschercharakter und Eiszapfen. Ideal zu Krustentieren, zu Austern und Krabben. Erfrischend. Und auch ein guter Reparaturwein, ein Wein nach allen Weinen.
Was kann uns dieser Wein lehren?
Dem deutschen Weintrinker beweist er, wie gut deutsche Winzer inzwischen mit mittelmäßigen Jahren im Keller umgehen können. Der Captain glaubt, dass ein Jahr wie 2008 in dieser Kategorie vor zwanzig Jahren andere Weine gebracht hätte. Weitaus härtere Weine, die man aufgezuckert hätte. So gesehen ist dieser einfache Riesling ein idealtypischer Fortschrittsbeweis. Und als solcher ein Respektwein.
Dem österreichischen Weintrinker beweist dieser Riesling, dass man in Österreich in den einfachen Kategorien in diesem Jahr keine Chance hat, den deutschen Weinen Konkurrenz zu machen. Bei den komplizierten Kategorien unterscheiden beide Länder seit jeher Welten. Hier, im einfachen Bereich, sollte der österreichische Konsument zu deutschem Riesling greifen. Auch wenn es ihm schwer fällt.
Das Weingut Reichsrat von Buhl gehört einem weinbegeisterten Unternehmer. Für die Weine zeichnet Gutsleiter Stefan Weber verantworlich. Er stellt das Weingut Stück für Stück auf ökologische Arbeitsweise um. Und noch eines beweist dieser Wein: Guter Wein bedarf enormer Investitionen, jede Technik bei Buhl ist neu und qualitativ in bester Verfassung. Geld bringt dem Wein mitunter auch Seele. Eine Wahrheit, der sich viele Winzer oft verschließen.
Riesling QbA 2008, Reichsrat von Buhl für 7,99 Euro bei Wein&Co
Der Captain betont, dass er an keiner verkauften Flasche auch nur einen Cent verdient.
Lesen Sie zum Jahrgang 2008 ein Interview mit Claudia und Gerhard Retter. Und einen Artikel über die Erwartungen an den weltweit hervorragenden Jahrgang 2009.







Feiner Riesling endlich günstig... 



wenn ich vom gleichen wein noch den 2007er bekommen kann, welchen empfiehlt mir der captain zu kaufen?
danke